Manchmal zweifele ich. Das ist menschlich. Ich kann mir kaum vorstellen, dass selbst der überzeugteste Christ sich nicht irgendwann an irgendeinem Punkt seines Lebens gefragt hat, ob er tatsächlich das "richtige" glaubt. Ich denke mir manchmal: Auch ein Moslem, der überzeugt ist von seinem Glauben und der Existenz Allahs, wird der festen Überzeugung sein, dass er das "richtige" glaubt. Und so wenig, wie ich mir vorstellen kann, dass Allah Gott ist, so wenig wird sich der überzeugte Moslem vorstellen können, dass der christliche Gott der Allmächtige ist. Der Moslem ist nicht dümmer, als ich. Letzte Woche haben mich 2 Amerikaner auf der Straße angesprochen. Es waren Mormonen, das sah man schon an den Uniformen. Richtig nette Jungs, die mit mir über meinen Glauben sprechen wollten. Ich sagte, dass ich meinen Glauben gefunden habe und glücklich damit bin. Genau dasselbe sagten die beiden Jungs auch. Ich habe sie damit konfrontiert, dass in Deutschland Mormonen generell als Sekte angesehen werden..."Ja, das wissen wir auch. Aber wir sind glücklich und haben inneren Frieden. Für uns ist eine Sekte etwas anderes." Darauf wusste ich keine Antwort. Sollte dies tatsächlich stimmen, sollten sie tatsächlich inneren Frieden haben und glücklich damit sein, wieso sollte man sie davon abhalten und versuchen wollen, sie von etwas anderem zu überzeugen? Ich bin kein großer Kenner, aber ich habe mich etwas damit beschäftigt und habe erfahren, dass im inneren Kern dieser Gemeinschaft einige Dinge sehr verrückt, abgedreht und auch einfach gefährlich sind. Nach außen hin behaupten sie an Jesus zu glauben. Aber ich erkenne nicht viel biblisches an dem, wie sie organisiert sind und was ihre Theologie beinhaltet. Ich würde wirklich wahnsinnig gerne wissen, ob sie tatsächlich glücklich sind damit. Man kann von etwas überzeugt sein, da kann man mit Gehirnwäsche viel erreichen, aber ob man Glück und innere Zufriedenheit manipulieren kann, bleibt für mich eher fraglich. Wie steht es um meinen Glauben? Ich kann so überzeugt sein von etwas, wie ich will. Ich bin da "reingeboren". Meine Eltern waren Christen, ich hatte als Kind keine andere Wahl. Irgendwann habe ich mir die Frage gestellt, ob dies wirklich die einzige Wahrheit sein kann. Ob mein Glaube nicht einfach durch meine Eltern "sozialisiert" wurde. Ich habe gesehen, dass die Menschen um mich herum, die Gesellschaft in der ich lebe, die Werte, die ich erlernt hatte, ganz und gar nicht teilte. In der Welt um mich herum gab es andere Werte. Andere Überzeugungen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass all diese Menschen dumm sind. Ganz im Gegenteil. Als Teil dieser Gesellschaft stellt man sich die Frage: Wenn alle anderen anders handeln, anders denken als ich, muss etwas mit mir nicht stimmen. Ich muss falsch liegen. Ich habe Gott herausgefordert. Ich habe gesagt: "Gott, es kann nicht sein, dass ich an dich glaube, weil mir das so gepredigt wird sonntags und in der Familie. Ich habe meinen eigenen Verstand. Ich möchte dich durch meinen Verstand erfassen. Ich möchte kein dummes Schaf in der Herde von Christen sein, das stupide allen anderen hinterher rennt, ohne zu fragen, was für ein Sinn dahinter steckt." Zumal es für mich als Christin nicht immer leicht war. Es mag lächerlich klingen angesichts der Tatsache, dass in einigen Ländern Christen für ihren Glauben verfolgt und umgebracht werden...Aber es ist faktisch so, dass man auch in Deutschland Verfolgung erlebt, wenn man bestimmte Ansichten laut ausspricht, die in unsere heutige "moderne" Welt einfach nicht mehr rein passen. Ich fragte Gott also. Gott antwortete nicht mit donnernder Stimme. Auch stand ich nicht vor einem brennenden Dornbusch. Gott sprach in mein Herz. Es ist nicht mit dem Verstand erfassbar. Vor allem Menschen, wie ich, die wirklich alles verstehen wollen, werden ihre Probleme damit haben. Ich bin mir absolut darüber im Klaren, dass sich das nicht überzeugend anhört, aber es ist eine Wahrheit. Ich habe es einfach gespürt. und gewusst. Gott wird sich ausnahmslos jedem offenbaren, der ihn sucht. Ich möchte noch weitergehen. In unserer heutigen Zeit, in der alle so sein dürfen, wie sie wollen, alles glauben sollen, was ihnen gerade gefällt, gilt es als schick, sich seinen eigenen Glauben zusammenzubasteln: Ein wenig christliche Nächstenliebe hier, ein bisschen buddhistische Meditationstechnik dort, alles fein garniert mit esoterischen Steinchen und der Hoffnung auf eine Wiedergeburt als indische Kuh. Ich bin der Überzeugung, dass es nur einen Gott gibt. Und dieser Gott ist NICHT derselbe in allen Religionen. Allah ist nicht der Gott, an den ich glaube und Shiva mit seinen tausend Armen sicherlich auch nicht. Ich respektiere den Glauben anderer Menschen. Ich schätze es, wenn Menschen Überzeugungen, Ideale und Glauben haben. Ich habe davor größeren Respekt, als vor der verwirrten, verwässerten Religionsmixtur, die in unserer "zeitgemäßen" Gesellschaft propagiert wird. Aber ich weiß für mich selbst eben auch, dass ich daran glaube, dass einzig der biblische Gott, der ist, der Himmel und Erde erschaffen hat. Er ist ein liebender Gott. Ein Gott, der selbst Mensch wurde und litt, wie der Mensch leidet. Ich kenne keinen anderen Gott, der sich so erniedrigen würde. Dass Jesus gelebt hat ist historisch belegt (im übrigen, sogar besser belegt, als die Existenz Cäsars...), ob man daran glaubt, dass er der Sohn Gottes war, ist eben eine Glaubensfrage. Aber sollte ein einziger "Spinner", der sich für den Sohn Gottes hielt, tatsächlich in der Lage sein, solch einen Einfluss auf die gesamte nachfolgende Menschheitsgeschichte auszuüben? Selbst unsere Zeitrechnung, alle Feiertage sind zurückzuführen auf das Leben Jesu. Das scheint mir dann doch etwas fragwürdig, dass dies der Verdienst eines Verwirrten gewesen sein soll...Gut auf den Punkt gebracht hat das Bono von U2:
"Ich meine, die Vorstellung, dass der gesamte Lauf der Zivilisation auf dem halben Globus von einem Spinner verändert und auf den Kopf gestellt wurde ... Das finde ich weit hergeholt!"
Letztendlich kann ich aber nur von dem erzählen, was ich erfahren habe. Ich habe Wunder in Form von Heilung gesehen, an meinem eigenen Körper. Wunder begeistern Menschen, aber Wunder sind noch lange kein Garant dafür, dass der Mensch anfängt, an Gott zu glauben. Aber Gott findet einen Weg, den Menschen, und zwar jeden einzelnen, zu erreichen. Und er lässt dem Menschen die Wahl, eine freie Entscheidung zu treffen.
Wer findet, dass Glaube, Gott, Bibel nicht modern ist, sollte vllt. mal einen Blick mehr riskieren. Jesus ist die faszinierendste Persönlichkeit, die jemals auf diesem Erdball herumlief. Diese allgemeine Vorstellung von Jesus, als altem Moralapostel ist sowas von falsch. Jesus, selbst wenn man ihn nur als historische Person sehen will, war seiner Zeit so weit voraus. Er war absolut revolutionär. Jesus hat mir Prostituierten gesprochen, mit Zöllnern, die jeder hasste. Er ist nicht gekommen, um sich mit den überall angesehenen Pharisäern ne schöne Zeit zu machen, sondern, um bei den Schwachen zu sein, die krank, verstoßen, isoliert waren. Das ist großartig. Gerade in der heutigen Zeit, wo der Kapitalismus überall um sich greift, wo nur der Stärkste überlebt, wo Ansehen, Macht, Ruhm, Prestige, Geld über den Wert eines Menschen entscheiden. Wo Menschen, die dem Druck nicht standhalten, Schwäche zeigen und scheitern, ausselektiert werden. Vielleicht geschicht dies nicht so offensichtlich, weil wir ja alle so politisch korrekt agieren. Aber faktisch ist es so, dass von allen Seiten Erwartungen an uns gestellt werden, wie das perfekte Leben auszusehen hat und was uns glücklich machen soll. Jesus ist heute aktuell. Was damals los war, wie er mit seinen Mitmenschen umgegangen ist, ist aktuell. Ob man nun Christ ist oder nicht, es ist totaler Quatsch zu behaupten, das alles hätte nichts mehr mit uns heute zu tun.
Ich habe auf der Straße mit Menschen gesprochen über Gott und Glauben. Es war viel Offenheit da. Und wenn ich gebetet habe mit den Leuten, kam ich oft in die Situation, dass ich überwältigt war von der Reaktion der Menschen. Leute, die keine Christen waren, haben geweint. Sie haben berichtet über ein Gefühl, dass sie eingenommen und ihnen innere Ruhe gegeben hat. Das ist faszinierend und es ist echt.
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